Eine historische Vereinbarung

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Wiesbadener Kurier, Donnerstag, 11.03.2021

Bild: Wiesbadener Kurier

Eine „historische Vereinbarung“
Haltepunkt an der Wallauer Spange ist laut Bürgermeister Vogt für Hofheim von herausragender Bedeutung
HOFHEIM/TS (ah). „Diese Vereinbarung können wir Hofheimer ohne Übertreibung historisch nennen.“ Mit diesen Worten hat Hofheims Bürgermeister Christian Vogt die Bedeutung des nächsten Schrittes zur Verwirklichung des Haltepunktes an der Wallauer Spange kommentiert. Er soll an der Stelle gebaut werden, an der die Landesstraße 3017 von Massenheim nach Wallau die geplante Bahntrasse von Wiesbaden zum Frankfurter Flughafen kreuzt.

Wie berichtet, haben die Stadtspitzen von Hofheim, Wiesbaden und Hochheim die Verwaltungsvereinbarung für die Planungs- und Genehmigungsphase der Infrastruktur rund um den Haltepunkt Wallau unterzeichnet.

„Hofheim kämpft seit mehr als einem Vierteljahrhundert für die Wallauer Spange und diesen Haltepunkt“, sagte Hofheims Bürgermeister Vogt. Erstmals plane Hofheim gemeinsam mit den zwei Nachbarkommunen und weiteren Partnern ein solch umfangreiches und regional bedeutsames Projekt. Es sei ein „entscheidender Mosaikstein für die Verkehrswende im Rhein-Main-Gebiet“.

Hofheims Erster Stadtrat Wolfgang Exner sagte, mit den Unterschriften seien neue, innovative Maßstäbe in der interkommunalen Zusammenarbeit gesetzt worden. Auch Hochheims Bürgermeister Dirk Westedt verwies auf die Bedeutung der interkommunalen Zusammenarbeit, die er als „wesentlichen Punkt für die Entwicklung in der Zukunft sehe“. Hochheims Erster Stadtrat Hans Mohr machte auch auf die Bedeutung des Haltepunktes Wallau/Delkenheim für Massenheim aufmerksam: „Neben dem Bahnanschluss im Süden Hochheims entsteht nun auch im Norden ein weiterer Verkehrsknotenpunkt, der unter anderem auch dem Ortsteil Massenheim positive Effekte bescheren kann“, so Mohr.

Während der Bau der Schienenstrecke und der Bau des Haltepunkts in der Zuständigkeit der Deutschen Bahn liegen, sind für die Errichtung der Infrastruktur-Anlagen rund um den Haltepunkt die drei Kommunen zuständig. Ein externes Fachbüro wird die Gesamtsteuerung des kommunalen Projekts übernehmen. Die DB Netz, Projektträgerin für die Schiene, hat die Entwurfs- und Genehmigungsplanung beauftragt. Diese Planungen sollen noch in diesem Jahr in ein Planfeststellungsverfahren münden, so die Stadt Hofheim.

Die Kommunen haben, wie berichtet, bereits zwei Varianten des Vorentwurfs der Infrastruktur-Anlagen erarbeitet. Dazu gehören der Bushaltepunkt mit Wendeschleife und Halteplätzen, der Park-&-Ride-Platz mit bis zu 500 Stellplätzen sowie eine Bike-&-Ride-Anlage. Außerdem ist auch eine mögliche Anbindung des Haltepunkts von der Landesstraße 3017 und von der Landesstraße 3028 in die Planungen einbezogen.

Die Verwaltungsvereinbarung sieht vor, dass die Kosten der Planungs- und Genehmigungsphase zu je 40 Prozent von Wiesbaden und Hofheim und zu 20 Prozent von Hochheim getragen werden. Der Haltepunkt und seine Infrastruktur befinden sich auf Hofheimer Gemarkung. Die Kreisstadt sei als Projektdurchführende auch hauptverantwortlich für die Steuerung, so das Hofheimer Rathaus.

Nächster Schritt wird die Verkehrsuntersuchung sein, die wegen der Corona-Pandemie mit Verspätung startet. Mit Ergebnissen werde im Laufe dieses Jahres gerechnet. Sobald sie vorliegen, könnten die Größe des Haltepunkts, die Lage des Straßenanschlusses und die weiteren Planungsschritte festgelegt werden.